Nagetiere
Bei den Säugetierarten die in unserer Zeit leben, sind die Nagetiere mit über der Hälfte vertreten. Dies ist auf die hohe Fortpflanzungsrate zurückzuführen, auch bei den Einzeltieren. Nagetiere gehören in der Verwandschaft zu der Unterklasse der Höheren oder zu den Echten Säugern (Eutheria).Die Tiere sind überall auf der Welt zu finden, von der Wüste bis zum Polargebiet. Diese Nagetiere können sich vielseitig anpassen. So sind sie als Kletterer in den Bergen und auf Bäumen, unter der Erde als Grabtiere, in der Luft als Gleitflieger und als Taucher oder Schwimmer im Wasser anzutreffen.
Die Zoologen bezeichnen diese Art der einzigartigen Anpassungsfähigkeit "universellen Veranlagung".
Dagegen sind die Lebensräume der spezialisierten Tierarten begrenzt.
Eine große Anzahl der Nagetiere halten Winterschlaf, dieser wird hormonell gesteuert. Die Körpertemperatur sinkt während dieser Zeit auf ein Minimum herab, soweit das der Energiebedarf gedeckt bleibt. Nagetiere wachen nur auf um zu fressen und sich zu entleeren. Aber auch wenn die Temperaturen steigen (es warm wird) oder stark sinken, da die Tiere bei starkem Frost erfrieren können.
Nagetiere die in Dürregebieten leben halten einen Trockenschlaf, der sich vom Winterschlaf kaum unterscheidet. Der Trockenschlaf dient den Nagetieren die nahrungsarme Zeit zu überstehen. Kommt es zu einer Nahrungsknappheit treten kurzfristig Starrezustände auf.
Ein Großteil der Tiere sind reine oder überwiegende Pflanzenfresser. Insekten, Würmer und andere Kleintiere werden nur gefressen als Zusatz. Fischratten aber auch Nassratten gehören zu den wenigen Fleischfressern unter den Nagetieren. Eine Ausnahme bilden die Ratten, die zu den Allesfressern gehören.
Beim Fressen wird das Futter durch die Vorderpfoten gehalten. Manche Arten von Nagetieren sammeln es in den Backentaschen.
Körperbau der Nagetiere
In ihrer Gestalt sind die Tiere sehr unterschiedlich. Sie reichen von der fünf Zentimeter kleinen Birkenmaus bis zum 100 Zentimeter langen Wasserschwein. Die Gewichtsspanne reicht von vier Gramm bis zu 50 Kilo. Damit sich die Nagetiere beim Nagen nicht verletzen, besitzen viele dieser Tiere eine Spalte in der Oberlippe (Hasenscharte).
Fortpflanzung und Sozialverhalten
Der Familiensinn ist bei Nagern sehr ausgeprägt, so bilden Ratten zum Beispiel Rudel und Murmeltiere bilden Kolonien.Die Vermehrung der Klein-Nager erfolgt in rasanter Weise. Während der letzte Wurf noch gesäugt wird, erwartet das Muttertier schon wieder Nachwuchs. Selbst bei zahlreichen Insekten kommt es nicht zu einer so hohen Vermehrungsrate.
Oft erfolgt eine Massenwanderung der Tiere, z.B. bei Eichhörnchen, Feldmäusen und Lemmingen, wird die Siedlungsdichte zu groß oder bei Nahrungsmangel.
Kleine Nagetiere haben eine Lebenserwartung von nur wenige Jahren, dagegen sind Biber in Gefangenschaft schon bis zu 30 Jahre alt geworden oder Stachelschweine bis zu 21 Jahre, ebenfalls in Gefangenschaft.
